DynDNS: DNS-Dienst für dynamische IP-Adressen

Dynamisches DNS (DDNS, auch DynDNS) ist ein DNS-Dienst, der eine häufig wechselnde IP-Adresse aktuell hält. Er besteht aus drei Komponenten:
- einem DNS-Server, der Anfragen zur Auflösung von Domainnamen beantwortet;
- einem DDNS-Dienst, der eine Schnittstelle für DynDNS-Aktualisierungsanfragen bereitstellt;
- einem Client, der die IP-Adresse des Hosts überwacht und bei einer Änderung eine Anfrage an den Server sendet.

Warum sich die IP-Adresse ändert und Sie DDNS brauchen

Im Internet werden meist statische IP-Adressen verwendet. Manchmal sind sie jedoch dynamisch, wie es in lokalen Netzen (in Unternehmen und zu Hause) üblich ist. Das kommt in folgenden Fällen vor:

  • Die IP-Adresse wird von einem DHCP-Server vergeben. Der Server legt dabei die Lease-Dauer (TTL) fest, für die die Adresse dem Client zugewiesen ist. Üblich sind zwei Wochen, Provider können diesen Zeitraum aber deutlich verkürzen, um ihren Adresspool effizienter zu nutzen.
  • Es wird NAT verwendet, und auf dem Router sind mehrere Adressen für die Übersetzung hinterlegt. Das ist typisch für Unternehmensnetze. In Heimnetzen mit WLAN-Router wird immer NAT verwendet, meist mit einer öffentlichen IP-Adresse, deren Wechsel in diesem Fall vom DHCP bestimmt wird.

Das Standardprotokoll für DDNS

Das Protokoll zur Aktualisierung von DNS-Adressen ist standardisiert und in RFC 2136 beschrieben. Der Aktualisierungsmechanismus von Dyn DNS wurde von der IETF nicht beschrieben, ist aber de facto ebenfalls standardisiert. Der erste DDNS-Anbieter, der einige Dienste kostenlos anbot, war DynDNS org. Er ist heute als DYN.COM bekannt und wurde von Oracle übernommen. Deshalb heißt das Protokoll DynDNS2 und hat folgendes Format:

wget -O - http://{username}:{password}@dynupdate.alviy.com/nic/update?hostname={yourhostname}&myip={ipaddress}
Dabei sind username und password der Benutzername und das Passwort im DDNS-System, yourhostname der Hostname, dessen Adresse aktualisiert wird, und ipaddress die IP-Adresse.

Beachten Sie, dass die meisten Browser das DynDNS2-Format nicht mehr unterstützen, weil die Übergabe der Zugangsdaten im Klartext als unsicher gilt. Die Anfrage erreicht den Server dann ohne Benutzername und Passwort, was zu Autorisierungsfehlern noauth führt. Verwenden Sie daher besser Kommandozeilenprogramme.

Öffentliche und private IP-Adressen bei DynDNS

Oft hört man von „weißen“ und „grauen“ IP-Adressen. Was steckt dahinter, und funktioniert dynamisches DNS mit beiden? Den Internetzugang stellen Provider bereit: Sie vergeben IP-Adressen an ihre Kunden und ermöglichen so die Verbindung zum weltweiten Netz. Bekanntlich sind die IPv4-Adressen erschöpft. Um neue IP-Adressen von der IANA (der internationalen Organisation, die die Vergabe von Subnetzen verwaltet) zu erhalten, muss ein Provider einen Antrag stellen und sich in eine monatelange Warteschlange für Adressen einreihen, die jemand anderes freigegeben hat. Außerdem kostet jede IP-Adresse Geld: Provider zahlen der IANA jährlich eine Gebühr. Deshalb hat ein Provider oft weniger Adressen als Kunden und muss sie dynamisch über DHCP verwalten oder NAT einsetzen.

Wird einem Kunden eine solche Adresse direkt zugewiesen, spricht man von einer „weißen“, also öffentlichen IP-Adresse: Sie ist im Internet eindeutig und bei der IANA registriert. In diesem Fall gibt es keine Einschränkungen für die Netzwerknutzung.

Wird NAT eingesetzt, teilen sich also mehrere Kunden eine öffentliche IP-Adresse, spricht man von einer „grauen“ IP-Adresse, einer privaten IP-Adresse hinter CGNAT. Der Nutzer hat dann eine lokale (private) Adresse, die nur innerhalb dieses lokalen Netzes funktioniert:

  • 10.0.0.0 — 10.255.255.255 (10.0.0.0/8)
  • 100.64.0.0 — 100.127.255.255 (100.64.0.0/10)
  • 172.16.0.0 — 172.31.255.255 (172.16.0.0/12)
  • 192.168.0.0 — 192.168.255.255 (192.168.0.0/16)
Auf der Seite des Providers führt der Router eine Routingtabelle, über die der Verkehr dieser Kunden auf öffentliche Adressen übersetzt wird. Dieser Mechanismus ist für den Nutzer vollständig verborgen, und er kann nicht darauf einwirken. Mit einer privaten IP-Adresse ist das Surfen auf Websites nicht eingeschränkt, Dienste, die eingehende Verbindungen benötigen, funktionieren jedoch nicht.

Ist von einem Heimrouter mit öffentlicher IP-Adresse die Rede, läuft auf ihm derselbe NAT-Prozess ab. Der Nutzer kann hier aber Portweiterleitungen einrichten und die Adressübersetzung nach Belieben steuern.

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